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Was ist der Unterschied zwischen Rückstellungen und Rücklagen?  

Wieder zwei sehr ähnlich klingende Begriffe, wieder zwei grundverschiedene Bedeutungen. Und wieder zumindest ein Begriff, der auch Umgangs sprachlich benutzt wird. Wer sagt, er würde Rücklagen bilden, meint, dass er im Moment spart, meint aber oft auch, dass er für einen bestimmten Zweck spart ("falls das Auto demnächst kaputt geht"). Zunächst einmal: zwischen Rücklagen und Rückstellungen gibt es nicht nur einen Unterschied, sondern gleich mehrere. Die beiden Begriffe sind so grundverschieden, dass man sie auf gar keinen Fall verwechseln darf, ohne ein kräftiges Stirnrunzeln des mündlichen Prüfers zu ernten. Die folgenden Mind Map zeigt die Unterschiede im Überblick:

Rückstellungen bildet das Unternehmen, ehe der Gewinn feststeht. Der Buchungssatz heißt immer

Per Aufwand an Rückstellungen

Rückstellungen korrespondieren also mit der Bildung von Aufwand und zwar immer mit einem bestimmten Aufwand, zum Beispiel für noch zu zahlende Steuern, zukünftig zu zahlende Betriebsrenten oder Risiken aus Gerichtsprozessen. Je höher die gebildeten Rückstellungen, desto höher der Aufwand. Und aus der Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag wird dann ja bekanntlich der Gewinn/Verlust des Unternehmens entwickelt, der bei der Aktiengesellschaft „Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag" heißt.

Rücklagen werden erst gebildet, wenn dies alles schon passiert ist. Vom Jahresüberschuss wird ein Teil nicht an die Aktionäre ausgeschüttet, sondern einbehalten. Das sind die Rücklagen, in diesem Fall „Gewinnrücklagen", da aus erzieltem Gewinn gebildet. Damit gehören die Rücklagen zum Eigenkapital, während die Rückstellungen dem Fremdkapital zuzurechnen sind. Es sind Verpflichtungen, deren Höhe und Fälligkeit noch nicht genau feststehen.

Bis zum nächsten Mal.

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